Bockshof Rottweil

Der Bockshof mit Pulverturm und Lorenzkapelle.
Er wird auch „Alter Gottesacker“ genannt. Dieser Name erinnert daran, dass hier ab dem 16. Jahrhundert bis ins Jahr 1832 die Verstorbenen der Heiligkreuz-Pfarrei bestattet wurden.

Der Pulverturm an der Stadtmauer ist ein Blickfang des Bockshofs. Er ist ein kleiner Turm der ehemaligen Stadtbefestigung von Rottweil. Der Pulverturm ist vielleicht schon vor dem Jahr 1400 entstanden. Im Jahr 1564 wurde er zum ersten mal abgebildet (auf der Pürschgerichtskarte). Ab dem Jahr 1700 war der Pulverturm das Pulvermagazin des Schwäbischen Kreises. 1912 wurde er durch einen Vorbau erweitert und als Stadtarchiv benutzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er als Magazin für die Kunstsammlung Lorenzkapelle benutzt.
Von Bockshof hat man eine herrliche Aussicht auf die Au und das Neckartal. Er liegt fast im Zentrum von Rottweil und ist doch ein stiller und romantischer Platz, der zum Verweilen einlädt.
Die Lorenzkapelle wurde als Friedhofskirche für den neuen Gottesacker gebaut und 1584 dem Heiligen Lorenz, einem frühchristlichen Märtyrer, geweiht. Sie hat drei Seitenfenster mit reichem Maßwerk und je ein Portal auf der West- und der Südseite. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erneuerte man die Malereien. Das Jüngste Gericht am Chorbogen ist noch erhalten. Um 1700 erhielt die Kapelle eine Kanzel und drei Altäre und diente den Kapuzinern fortan zur Abhaltung von Totenmessen, Jahrtagen und Rosenkränzen. Bei der Kirchenpflege von Sankt Lorenz sammelte sich davon ein großes Vermögen an. 1832 wurde der Friedhof nach Ruhe-Christi verlegt. Die Kapelle wurde profaniert und für Archivzwecke und als Markthalle genutzt, die Ausstattung verkauft. 1851 wurde die Kunstsammlung von Martin Dursch hier untergebracht, 1891 kamen noch die Steinbildwerke vom Kapellenturm dazu. 1977 wurde die Kapelle umfassend restauriert, erhielt auf Initiative des Rottweiler Geschichts- und Altertumsvereins wieder den 1832 beseitigten Glockenturm und zwei neue Glocken. Seit 1981 ist sie Museumskirche. Sie ist jedoch nicht geöffnet. Den Schlüssel muss man sich im Dominikanermuseum besorgen. Am Lorenztag, 10. August, findet für die Bewohner des Lorenz-Ortes jährlich ein Gottesdienst statt.

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